Product Design (B.A.)

Key Facts:

Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
Regelstudienzeit: 8 Semester in Vollzeit (Teilzeitstudium möglich)
Workload: 240 ECTS Credits
Unterrichtssprache: Deutsch
Träger: Land NRW
Studiengebühren: keine
Studienbeginn: Jeweils zum Wintersemester im Oktober
Bewerbungsfrist: 15. März
Bewerbungsverfahren: 2-stufig Mappe, Aufgabe/Gespräch

-> Basisinformationen zur Bewerbung auf der Folkwang Website
-> direkter Link zum Bewerbungsportal

-> aktuelle Prüfungsordnung (PDF)

Der Studiengang Product Design (B.A.) an der Folkwang Universität der Künste ist deutlich weiter gefasst als ein klassisches Industrial-Design-Studium und passt sich den Herausforderungen unserer Zeit an. Zeitgemäße Produkte und Güter können heute nicht mehr ausschließlich als industriegefertigte, physische Objekte verstanden werden. Sie entstehen vielmehr aus einer komplexen Wechselwirkung zwischen Produkt, Herstellung, Nachhaltigkeit, digitalen Ökosystemen, Mensch und Gesellschaft. Diese Zusammenhänge erfordern einen ganzheitlichen Gestaltungsansatz und entsprechend umfassende gestalterische Fähigkeiten.

Zukünftige Designer*innen stehen dabei in der Verantwortung – haben aber zugleich das Privileg –, unsere Umwelt eigenständig, reflektiert und nachhaltig mitzugestalten. Der Studiengang Product Design (B.A.) trägt dem Rechnung. Er verbindet eine fundierte, künstlerisch-gestalterische Ausbildung mit einem offenen Blick auf technologische, gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen und ermöglicht so eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Ausbildung.

Das achtsemestrige Bachelorstudium bietet den Studierenden hierfür den notwendigen zeitlichen und inhaltlichen Rahmen. Neben der Ausbildung an einer der traditionsreichsten Designuniversitäten Deutschlands eröffnet der Studiengang den Zugang zu aktuellen Technologien wie Künstlicher Intelligenz, digitalen Entwurfs- und Fertigungsverfahren sowie erweiterten Realitäten (AR/VR). Diese werden nicht isoliert vermittelt, sondern in einen gestalterischen Gesamtzusammenhang eingebettet. Gleichzeitig ist die Lehre eng mit laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten an der Universität verknüpft, sodass Studierende früh an relevanten Fragestellungen mitarbeiten.

 

Die Studierenden stehen dabei im Mittelpunkt. Sie werden intensiv in der Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten und Stärken begleitet – mit dem Ziel, eigenständige Gestaltungspersönlichkeiten auszubilden. Ein sehr gutes Betreuungsverhältnis, der direkte und persönliche Umgang mit den Lehrenden sowie eine außergewöhnliche Bandbreite an unterschiedlichen Lehrgebieten schaffen dafür optimale Voraussetzungen.

 

Das Studium ist projektbasiert und fachbildend angelegt. Es vermittelt umfassende Kompetenzen im Product Design und angrenzenden Gestaltungsbereichen. Dazu zählen gestalterische, konzeptionelle und methodische Kompetenzen ebenso wie Recherche-, Darstellungs-, Transformations-, Umsetzungs- sowie Reflexions- und wissenschaftliche Kompetenzen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Studierenden eine große Bandbreite analoger und digitaler Entwurfswerkzeuge sicher beherrschen und gezielt einsetzen können.

 

Ein weiteres zentrales Merkmal des Studiengangs ist seine interdisziplinäre Ausrichtung. Durch die offene Studienstruktur und die enge Verbindung zu benachbarten Studiengängen wie Fotografie und Intermedialer Gestaltung erweitern die Studierenden ihre fachlichen Perspektiven. Sie lernen, gesellschaftliche Themen und Fragestellungen kritisch zu analysieren, gestalterisch zu bearbeiten und ihre Ergebnisse reflektiert darzustellen. Der vergleichsweise hohe Anteil theoretischer und wissenschaftlicher Inhalte unterstützt diese reflektierte Gestaltungspraxis.

 

Die Arbeit in modern ausgestatteten Werkstätten, Laboren und selbstverwalteten Arbeitsräumen ist fester Bestandteil des Studiums und verbindet handwerkliche Praxis mit experimentellem Arbeiten. Eine starke internationale Vernetzung ermöglicht darüber hinaus die Teilnahme an Austauschprogrammen sowie an internationalen Workshops und Projekten.

 

Der Bachelorstudiengang Product Design qualifiziert Absolventinnen für Tätigkeiten in allen relevanten Berufsfeldern des Product- und Industrial Design sowie für weiterführende Studiengänge und Masterprogramme. Darüber hinaus werden sie zu **verantwortungsbewussten, zukunftsorientierten Gestalterinnen** ausgebildet, die in der Lage sind, sich in einer sich wandelnden Berufswelt eigenständig und anpassungsfähig zu positionieren.

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Künstlerisches Kernfach A

Das Künstlerische Kernfach A ist der Einstieg in das Studium und zugleich ein offenes Experimentierfeld. Hier beginnt das Denken mit den Händen: Studierende arbeiten mit Papier, Holz, Gips, Clay, digitalen Werkzeugen und ersten Technologien, um Form, Material, Raum und Bedeutung zu erforschen. In dreidimensionalen Studien, künstlerischen Experimenten und Grundlagenprojekten lernen sie, wie Ideen aus dem Machen entstehen. Analoge und digitale Prozesse greifen ineinander, Skizzen werden zu Modellen, Experimente zu Fragestellungen. Dabei geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um das Entwickeln einer eigenen Haltung: Wie möchte ich gestalten? Welche Methoden liegen mir? Das Modul legt den Grundstein für eigenständiges Denken, Neugier und die Freude am Entwerfen als forschendem Prozess.
Künstlerisches Atelierprojekt B

Das Künstlerische Atelierprojekt B eröffnet einen erweiterten Raum für eigenständige, forschende Gestaltung. Aufbauend auf den Erfahrungen aus den Grundlagen- und Kernfachmodulen arbeiten Studierende an offen formulierten oder selbst entwickelten Fragestellungen. Im Mittelpunkt steht das Projekt als Prozess: Recherche, Experiment, Entwurf und Umsetzung greifen ineinander und entwickeln sich im kontinuierlichen Austausch mit Lehrenden und Kommiliton*innen.

Ob Materialstudien, interaktive Szenarien, gesellschaftliche Fragestellungen, technologische Experimente oder kontextbezogene Entwürfe – das Atelierprojekt lädt dazu ein, unterschiedliche gestalterische Perspektiven auszuprobieren und zu verbinden. Studierende lernen, künstlerische Forschung als Erkenntnismittel zu begreifen und ihre Arbeit als Teil eines größeren Diskurses zu verstehen. Präsentationen, Ausstellungen und Reflexionen machen den eigenen Prozess sichtbar und stärken die Fähigkeit, Position zu beziehen.
Künstlerisches Entwicklungsprojekt B / Folkwang LAB

Das Künstlerische Entwicklungsprojekt B ist die intensivste Projektphase im Bachelorstudium. Hier arbeiten Studierende über einen längeren Zeitraum an einer selbst gewählten, vertieften Fragestellung, die aus vorherigen Projekten oder einem eigenen Erkenntnisinteresse hervorgeht. Das Projekt verlangt ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Ausdauer und konzeptioneller Klarheit.

Theorie, Recherche, Experiment und Umsetzung werden bewusst miteinander verschränkt. Studierende entwickeln individuelle Strategien, setzen sich kritisch mit Kontext, Wirkung und Verantwortung ihrer Gestaltung auseinander und übersetzen komplexe Inhalte in präzise, ausdrucksstarke Ergebnisse. Das Entwicklungsprojekt schafft Raum für spekulative, forschende oder gesellschaftlich relevante Arbeiten und bereitet gezielt auf das studienabschließende Projekt vor – sowohl inhaltlich als auch methodisch.

Das Folkwang LAB ist ein offener, experimenteller Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Hier treffen Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen, Fachkulturen und Perspektiven aufeinander, um gemeinsam an Fragestellungen zu arbeiten, die über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausgehen. Gestaltung, Kunst, Technologie, Theorie und Praxis verschränken sich zu neuen Arbeitsformen.
Fachwissen und Anwendung A

Im Modul Fachwissen und Anwendung A erschließen sich Studierende die Welt des digitalen Entwerfens. Sie lernen, eigene Ideen in 3D zu übersetzen, digitale Modelle zu entwickeln und diese gezielt für Entwurf, Analyse und Präsentation einzusetzen.
Von einfachen Geometrien bis zu komplexeren Formen werden CAD-Werkzeuge als kreative Mittel verstanden – nicht als Selbstzweck. Skizzen, Modelle und digitale Daten stehen in ständigem Austausch. Das Modul vermittelt Sicherheit im Umgang mit Software und schafft die Grundlage für digitale Fertigung, parametrisches Denken und technologisch gestützte Gestaltung.
Fachwissen und Anwendung B

Im Modul Fachwissen und Anwendung B wird Gestaltung praktisch vertieft. Die Werkstätten werden zu zentralen Lernorten, in denen Studierende handwerkliche, mechanische und digitale Verfahren eigenständig anwenden und weiterentwickeln.
Nach einer fundierten Einführung in die Werkstätten steht das experimentelle Arbeiten im Vordergrund: Materialien werden getestet, Werkzeuge kombiniert, Prozesse hinterfragt. Ergänzende fachspezifische Vertiefungen ermöglichen es, individuelle Interessen gezielt auszubauen. Das Modul stärkt die Verbindung von Entwurf und Umsetzung und fördert das selbstständige Arbeiten an eigenen Projekten.
Wissenschaften A

Das Modul Wissenschaften A führt in das wissenschaftliche Denken ein und verbindet Theorie mit gestalterischer Praxis. Studierende lernen zentrale Positionen der Design-, Kunst- und Fotogeschichte kennen und setzen sich mit unterschiedlichen Interpretations- und Analysemethoden auseinander.
Texte lesen, diskutieren und schreiben wird hier als aktiver Teil des Gestaltungsprozesses verstanden. Das Modul stärkt die Fähigkeit, eigene Arbeiten theoretisch zu reflektieren und in größere historische und kulturelle Zusammenhänge einzuordnen.
Wissenschaften B

Wissenschaften B erweitert den theoretischen Horizont deutlich. Studierende arbeiten mit designwissenschaftlichen, kultur- und gesellschaftstheoretischen sowie philosophischen Ansätzen. Sie analysieren Texte, entwickeln eigene Fragestellungen und lernen, komplexe Zusammenhänge präzise zu formulieren.
Gestaltung wird hier als kulturelle Praxis verstanden, die in historische, soziale und politische Kontexte eingebettet ist. Das Modul fördert kritisches Denken, sprachliche Präzision und die Fähigkeit, Gestaltung argumentativ zu vertreten.
Basisfach A

Dieses Modul vermittelt das grundlegende Handwerkszeug des Product Designs. Im Zeichnen lernen Studierende, Ideen schnell, präzise und ausdrucksstark zu visualisieren – von freien Skizzen bis zu konstruktiven Zeichnungen und Schnitten. Zeichnen wird dabei als Denkwerkzeug verstanden, nicht als reine Darstellungstechnik.
Im Bereich Material und Fertigung erwerben Studierende ein grundlegendes Verständnis für Werkstoffe und Herstellungsverfahren. Sie lernen, Materialien nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch zu begreifen: Wie fühlt sich ein Material an? Wie verändert ein Fertigungsprozess die Form? Dieses Wissen bildet die Grundlage für verantwortungsvolle, realisierbare und zugleich experimentelle Entwürfe.
Basisfach B

Dieses Modul öffnet den Blick auf aktuelle und zukünftige Themen des Designs. Studierende setzen sich mit gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Fragestellungen auseinander – etwa Nachhaltigkeit, Transformation, neue Technologien oder experimentelle Materialien.
In frei wählbaren Lehrangeboten verbinden sich Theorie, Analyse und gestalterische Anwendung. Studierende lernen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, Positionen zu entwickeln und gestalterisch darauf zu reagieren. Das Modul unterstützt die Ausbildung einer eigenständigen Arbeitsweise und fördert das Bewusstsein für Design als verantwortungsvolle gesellschaftliche Praxis.
Expose

Im Modul Exposé entwickeln Studierende die konzeptionelle Grundlage für ihr Abschlussprojekt. Sie formulieren eine eigene Fragestellung, recherchieren relevante Kontexte und planen ihren Projektprozess.
Das Modul stärkt die Fähigkeit, komplexe Vorhaben klar zu strukturieren, Argumente überzeugend darzustellen und eine eigene Position sichtbar zu machen – eine zentrale Vorbereitung auf das Abschlussprojekt.
Optionale Studien

Die Optionalen Studien eröffnen Raum für persönliche Erweiterungen jenseits des Kerncurriculums. Studierende können hier neue Perspektiven gewinnen – etwa durch Sprachkurse, Medienkompetenzen, interdisziplinäre Angebote oder praxisbezogene Qualifikationen.
Das Modul unterstützt die individuelle Profilbildung und fördert Fähigkeiten, die für das spätere Berufsleben ebenso wichtig sind wie für gesellschaftliches Engagement: Kommunikation, Reflexion, Selbstorganisation und Offenheit für neue Kontexte.
B.A.-Projekt

Das Studienabschließende Modul bündelt die im Studium entwickelten Kompetenzen in einem eigenständigen Projekt. Studierende realisieren ein umfassendes künstlerisch-gestalterisches Vorhaben, das ihre Haltung, Methodik und Reflexionsfähigkeit sichtbar macht.
Experiment, Recherche, Entwurf und Präsentation verbinden sich zu einem individuellen Abschluss, der den Übergang in eine professionelle Praxis oder ein weiterführendes Studium markiert. Das Abschlussprojekt ist Ausdruck der eigenen Entwicklung – und ein selbstbewusster Schritt nach außen.
Präsentation

Präsentation des Abschlussprojektes
Thesis

Die Thesis bildet den theoretisch-reflexiven Kern des Abschlusses. Sie begleitet das B.A. Projekt und vertieft dessen Fragestellung aus einer wissenschaftlichen, theoretischen oder forschenden Perspektive. Studierende entwickeln eine eigene Argumentation, setzen sich mit relevanter Literatur, historischen Positionen und aktuellen Diskursen auseinander und bringen Theorie und Gestaltung in einen produktiven Dialog.

Die Thesis ist kein isolierter Text, sondern Teil des gestalterischen Denkens. Sie schärft Begriffe, präzisiert Annahmen und ermöglicht eine bewusste Verortung der eigenen Arbeit im kulturellen, gesellschaftlichen und gestalterischen Kontext. Studierende lernen, komplexe Inhalte klar zu formulieren und ihre Position schriftlich überzeugend zu vertreten.
Dokumentation
 
Jour Fix
 
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