Wiegen, zählen, abwägen. - Design ist Absicht



Betreut durch:

Dipl.Des.V.Busse

Einzigartig an Waagen ist, dass sie seit je her und weiterhin als fundamentale Werkzeuge im Kommerz und in der Forschung nicht mehr wegzudenken sind. Gesucht sind Lösungen für den Handel zum Wiegen von Gemüse, Federn, Fleisch, Delikatessen, Fisch, Kaffee, Käse, Öl, Gewürze, Schrauben, Pralinen , Muttern, Schokolade, Tee… . Gefunden werden soll ein vorzeigbares Ergebnis rund ums Wiegen. Es heißt abzuwägen, um komplexe Entscheidungen treffen zu können - strategisch, konzeptionell und formal gestalterisch. Notwendige Voraussetzungen dafür sind das Sammeln von gewichtigen Informationen und Erzeugen von Möglichkeiten als Teile des Entwurfprozesses. Als Ergebnis steht die realisierte Gestalt als das in Form Gebrachte eines sinnvollen Ganzen.

»Grundlegende Konzepte und schöne Formen entstehen nicht allein am Reißbrett.« Sori Yanagi  

Die Begriffe >wiegen<, >abwägen< und >gewichten< stammen ursprünglich aus der Welt der Physik und des Handels, haben aber im übertragenen Sinne eine enorme Relevanz in der heutigen Gesellschaft – besonders wenn es um Entscheidungen, Ethik und Bewertung geht.

In einer Welt mit Informationsflut müssen relevante von irrelevanten Inhalten unterschieden werden - gewichtet werden; abwägen, um komplexe Entscheidungen zu treffen: gesellschaftlich, ökologisch, politisch, formell, konzeptionell und strategisch.

Welche Quellen sind vertrauenswürdig? Welche Werte stehen hinter einer Entscheidung? Welche Tätigkeiten sind sinnvoll und nachhaltig? Was bringt langfristigen Nutzen? Wann lohnt sich ein Kompromiss? Wann ist klare Haltung gefragt? 
Die Fähigkeit zu differenziertem Denken und reflektiertem Handeln ist ein Schlüssel zu mehr Klarheit, weniger Manipulierbarkeit und Beliebigkeit.
Strategische, operative, kulturelle Entscheidungsfindung.
Und was davon läßt sich auf ein konkretes Produkt anwenden?

Designschleifen im Designprozess, im Entscheidungs- und Entwurfsprozess. 

Wiegen: Das Messen einer absoluten Masse oder eines Wertes. Daten, Zahlen und Fakten müssen verlässlich erfasst werden. Marktanalysen, Kundenverhalten, Produktionszahlen.

Gewichten: Das Priorisieren oder Einstufen von Informationen nach ihrer Wichtigkeit oder Relevanz.  Nicht alle Faktoren haben denselben Einfluss. Finanzielle Kennzahlen, Mitarbeiterzufriedenheit oder Nachhaltigkeit – was bekommt Priorität?

Abwägen: Der Vergleich von Optionen, Vor- und Nachteilen.  Entscheidungsträger müssen unterschiedliche Interessen, Risiken und Chancen gegenüberstellen, welche Features soll das Produkt haben und zu welchem Preis.

Zur fundierten Entscheidungsfindung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, etwa die Nutzwertanalyse, die SWOT-Analyse, die Szenariotechnik oder die Pugh-Matrix. Solche Verfahren unterstützen dabei, Optionen systematisch zu vergleichen, zu gewichten und im Briefing wie auch im Entwurfsprozess bewusst abzuwägen. Sie helfen, aus vielen Möglichkeiten, die möglichst passensten Lösungen auszuwählen.

Design ist Absicht.