
Händewaschen nicht vergessen
Wenn wir an unsere Kindheit denken, erinnern sich vermutlich viele an den Satz: „Händewaschen nicht vergessen“. Manche erinnern sich vielleicht sogar noch an das Gefühl des inneren Protestes gegen diesen Angriff auf die frisch erlangte Selbstbestimmtheit.
Auch wenn es ein mühsam erlernter Vorgang ist und bei den wenigsten überschwängliche Freude beim Händewaschen entsteht, erscheint das Thema beim näheren Hinsehen gut geeignet für das erste Entwurfsprojekt im Grundlagenstudium Product Design an der Folkwang Universität der Künste, an dem unterschiedliche Designmethoden- und Praktiken erlernt werden sollen.
Wir alle sind Expert*innen, wenn es darum geht, sich die Hände zu waschen. Wir waschen uns nahezu ein Leben lang mehrmals am Tag die Hände und haben dabei schon einiges erlebt. Das haben die zahlreichen Händewasch-Anekdoten gezeigt, die die Student*innen zur Impulsveranstaltung des Projektes mitgebracht haben. Sei es der merkwürdige Wasserhahn, der beim Händewaschen leichte Stromschläge produziert, der Duft hauchdünner Seifenblättchen für unterwegs, oder die Infoplakate zum korrekten Händewaschen, die während der Corona-Pandemie gehäuft aufkamen und seitdem vielerorts über dem Waschbecken hängen.
Das Projekt wurde in Kooperation mit der Firma Sapor durchgeführt, die sich darauf spezialisiert hat, Stückseife in Pulver zu raspeln. Die Produktpalette reicht vom klassischen Trockenseifenspender für öffentliche Gebäude (oder dem Zug), bis hin zu Rasplern für zuhause und für unterwegs. Constanze Schweizer, Geschäftsführerin von Sapor, hat den Studierenden bei der Impulsveranstaltung mit zahlreichen Beispielen zum Anfassen das weite Themenfeld der Seife eröffnet und stand als Expertin aus der Seifenbranche während des gesamten Semesters zur Verfügung.
Basierend auf den behandelten Themen und den Übungen während des Semesters entwickelten die Student*innen eigene Fragestellungen, aus denen Entwurfsprozesse angestoßen wurden. Ausgehend von Stückseife entstanden u.a. Entwürfe aus den Bereichen Gamification, Duschseife für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, oder “Mythos Seifenschale”: Wie begegnen bereits existierende Seifenschalen den klassischen Stückseife-Problemen, wie Schmieren und Tropfen und wo positioniert sich der eigene Entwurf, bzw. wo gibt es weiterhin Innovationspotenzial?
→ Detaillierte Einblicke zu den Übungen, Methoden, Exkursionen und den entstandenen Entwürfen finden Sie in der Broschüre, die zu dem Projekt entstanden ist. Die Broschüre ist kostenlos zum Download verfügbar.